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Bericht zum 20.05.2006

 

Bereits gegen 10:20 Uhr landete unser Außenteam aus München, bestehend aus den Herren Horst und Harald Mantz, in Köln-Bonn. Etwa zur gleichen Zeit trafen Herrn Iren Dornier und seine Crew die Startvorbereitungen für den Flug der Do-24 ATT von der ILA, Berlin zum Köln-Bonner Flughafen. Von dort aus erfolgten  Ab- und Rückflug zur Wasserlandung auf dem Rhein.

Das Wetter hier in Köln war bedeckt mit vereinzelten Schauern. Auch der Flug von Berlin war begleitet von Schauern und Eisregen. 

Gegen 13:30 Uhr fand für alle Beteiligten ein letztes Briefing im Hauptgebäude der Flughafenverwaltung statt. Anwesend waren neben Iren Dornier und unserem Außenteam die Vertreter der Flugaufsicht , des Wasser- und Schiffahrtsamtes Köln  sowie der Wasserschutzpolizei auch die Bereichsleiter des Köln-Bonner Flughafens, der Feuerwehr  und des THW.

Neben dem vorläufigen Flugplan und der Ablaufkoordination in den verschiedenen Zeitfenstern der Sicherungsmaßnahen wurden die Aufgabengebiete der einzelnen Gruppen nochmals festgehalten:

Als zentrale Leit- und Anlaufstelle wurde ein Rheinschiff des WSA mit der Ruf-Kennung "Wildente" bestimmt. Die Einsatzleitung an Bord bestanden aus den Vertretern der Luftaufsicht, des WSA und der Wasserschutzpolizei sowie Herrn Harald Mantz . Die Aufgabe der  Koordinatoren bestand neben der ständigen Sprechbereitschaft mit dem Piloten der Do-24 ATT (Iren Dornier), dem Tower Köln-Bonn den Sicherungsbooten der WSP und dem THW in der Einleitung und Überwachung der zu treffenden Sicherungsmaßnahmen. Dazu gehörten insbesondere das rechtzeitige Veranlassen der Vollsperrung des Rheines im Landebereich, die Vollsperrung des Straßenverkehrs auf der Zoobrücke und die Sperrung der Rheinseilbahn. 

Die Sicherungsboote der WSP übernahmen die Vollsperrung der gesamten Rheinschiffahrt und Überwachung für den Rheinabschnitt der ausgewiesenen Landezone zwischen der Zoo- und der Hohenzollernbrücke.

Die Einsatzboote des THW übernahmen das Schleppen und anschließende Vertäuen der gewasserten Do-24 ATT an der Festmachertonne an der Hohenzollernbrücke. Außerdem führten sie die Anlanden der Passagiere am Steiger aus. Mit an Bord der THW-Mannschaft war der Leiter unseres Außenteams, Herr Horst Mantz (li),  zur Überwachung der Einsätze.

Gegen 15:30 meldete der Tower das planmäßige Anlassen der Triebwerke der Do-24 ATT.

Im Ablaufplan waren zunächst mehrere Überflüge der Do-24 ATT im Bereich der Landezone vorgesehen. Die Wetteraussichten für den weiteren Nachmittag waren alles andere als günstig... vermehrte Schauererwartung mit Starkwindböen...

Minutenspäter kreiste die Do erstmals über Köln und überflog die Landezone. Nachdem Iren Dornier seine Landebereitschaft bestätigt hatte, erfolgte gegen 15:40 die Ausführung der Vollsperrungen sowie die Evakuierung der Rheinseilbahn. Nachdem alle Sicherungskräfte den positiven Vollzug sämtlicher Sperrungen an die Leitstelle gemeldet hatten, erteilte die "Wildente" Landeerlaubnis...

  

Auf Weisung der "Wildente" machten sich die Einsatzboote des THW klar zum Aufnehmen des Schlepptaues.

Planmäßig schwebte die Do-24 ATT kurz nach 16:00 Uhr über die gesperrte Zoobrücke ein und setzte kurz dahinter zur Wasserung an. Sanft und sicher setzte sie auf dem Rhein auf und lief schon nach wenigen hundert  Metern langsam den herannahenden Einsatzbooten des THW entgegen. 

  

Etwa 15 Tausend Schaulustige an beiden Rheinufern und auf der Hohenzollernbrücke applaudierten nach der bravourösen Wasserung. Iren Dornier hatte bei seiner Landung ein fast windstilles Wolkenfenster erwischt.

  

Das Aufnehmen der Schleppleine durch das THW-Boot endete allerdings nicht so glücklich... nachdem Horst Mantz - mit an Bord des kleinen Schlauchbootes - dieses bei angemessenem Sicherheitsabstand vor den Bug des Wasserflugzeuges manövrieren ließ und die Schleppleine aufnahm,  kam das Schlauchboot langsam immer näher an die Do, lag alsbald quer vor ihrem Bug und kam nicht mehr frei. Da die Do noch Fahrt machte schob sie sich mit dem Bug auf den Schlauchwulst des Bootes und drückte diesen unter Wasser. Horst Mantz, der angesichts des gescheiterten Fahrmanövers schon erkannte was gleich folgen würde, klammerte sich noch schnell an die Bugklampe der Do. Kurz darauf strömte auch schon das Wasser in das Schlauchboot und es wurde unter den Rumpf des Flugbootes gezogen. Iren Dornier griff noch schnell mit seinem Arm aus dem Cockpitfenster, um Horst Mantz einen  sicheren Halt zu geben.

In hohem Bogen schoß das unter Wasser gedrückte Schlauchboot unter dem Rumpf der Do wieder an die Wasseroberfläche hervor

Nach diesem Vorfall übernahm nun ein Pontonboot des THW die Übernahme der Schleppleine. Als die Do-24 ATT nach langem Warten endlich am "Haken" hing, steuerte das THW-Boot auf den Festmacher zu. Mittlerweile waren knapp eine Stunde vergangen und es setzten wieder heftige Windböen ein. 

Tags darauf  berichtete die örtliche Presse über "zahlreiche Sturmschäden nach Orkanböen über Köln"... 

Endlich an der Festmachertonne angelangt 

 

Ursprünglich war nach der Wasserung und dem Verlegen an der Festmachertonne ein kurzer Landgang der Crew geplant - die Vollsperrung sollten für diese Zeit vorübergehend aufgehoben werden. Aufgrund der schlechten Wetterlage entschied man sich aber lieber für einen kurzen Aufenthalt am Festmacher und einen baldigen Start. Die Vollsperrung sollte jetzt nur einmalig und dafür etwas länger bestehen... aber  so lange nun auch wieder nicht!

Die Koordinatoren an Bord der "Wildente" hatten jetzt alle Hände voll zu tun, die neu entstandenen logistischen Aufgaben zumeistern. auch auf dem Rheinfunk mehrten sich bereits die Funksprüche aufgebrachter Frachtschiffer über die unplanmäßige Dauer der Rheinsperrung. Der Sperren auf der Zoobrücke und die Rheinseilbahn waren ja bereits unmittelbar nach der Wasserung aufgehoben worden.

Endlich konnte mit dem Anlanden der Passagiere begonnen werden. Die Startstrecke der Do würde flussabwärts hinter der Zoobrücke beginnen. Gestartet wird  stromaufwärts um noch im Wasser bleibend unter der  Zoobrücke hindurch zu beschleunigen, kurz danach abzuheben und über die Hohenzollern- brücke hinwegzufliegen.  

Eigentlich sollte die Do wieder vom THW  zum Startpunkt geschleppt werden... aber Iren Dornier entschied sich dafür, diese Strecke mit eigener Kraft zurückzulegen.

Auch zog sich  Iren Dornier jetzt lieber selbst an die Festmachertonne heran, um zusammen mit Horst Mantz die Schleppleine zu lösen und abzulegen.

 

Der gelungene Start um kurz nach 17:00 Uhr entschädigte für die lange Zwangspause und Iren Dornier nahm es sich nicht, noch eine eindrucksvolle Ehrenrunde zu drehen, bis die Do-24 ATT endgültig am Horizont entschwand... bestimmt nicht Wenige waren froh, daß die Rheinlandung vor Köln nunmehr glücklich zu Ende war.

                                                                                    Harald Mantz