Bergungsbericht

 

Am 13. August 2004 nahm der National Kreuzer P42 "PFEIL" am Deutschland Cup 2004 auf dem Ammersee teil.

Als die Crew hart am Wind segelte, rollte eine größere Welle von Achtern heran und überspülte das Achterschiff.  In minutenschnelle nahm das Schiff soviel Wasser auf, daß es sank. Glücklicherweise konnte sich die gesamte Crew unverletzt retten. Später wurde eine Markierungsboje an der vermeintlichen Untergangsstelle gesetzt.

Im Rahmen der Bergungsvorbereitungen wurden von uns zunächst die Positionsdaten der Untergangsstelle überprüft. Dort befand sich zwar die Markierungsboje, jedoch nicht die gesunkene Yacht.

Daraufhin wurde die nähere Umgebung in ca. 200 m Umkreis mittels SIDE-Scan-Sonar untersucht - ohne Ergebnis.

Es folgte eine flächendeckende Untersuchung des weiteren Gebietes. Nach 9 Stunden und einer untersuchten Fläche von 0.7 Km² konnte schließlich die gesunkene PFEIL in einer Tiefe von 62,4 m geortet werden. Die Yacht stand aufrecht und in voller Besegelung auf ebenem Kiel.

    

 

Nachdem die Markierungsboje auf die richtige Position versetzt und eingemessen wurde,  konnten die eigentlichen Bergungsarbeiten beginnen.

Die erste Fahrt mit dem Spezialtauchboot diente zur näheren Erkundung und Bestimmung der Anschlagpunkte für die Bergemittel.

 

       

 

 

Da der Rumpf bis in Höhe der Wasserlinie im Schlamm eingesunken war, konnten keine Hebegurte unter den Rumpf gezogen werden. Dafür hätte der Rumpf in zeitaufwendiger Arbeit teilweise vom Schlamm freigespült und unterhöhlt werden müssen. 

So entschied man sich unter Absprache mit dem Eigner und Bootsbauern zu alternativen Anschlagpunkten.

In weiteren Tauchfahrten wurden die Hebesäcke entsprechend der Vorgaben angeschlagen und teilweise belüftet.

    

 

Im ersten Bergungsversuch glückte das sanfte Lösen des tief eingesunkenen Rumpfes aus dem Schlamm. Der Saugeffekt des Schlammbodens entsprach dabei einer Gewichtskraft von ca. 1 Tonne - der Bootskörper selbst wog etwa 2,1 Tonnen.

Sämtliche Anschlagpunkte erwiesen sich als geeignet und ausreichend. In weiteren Schritten wurde die Yacht Zug um Zug bis in eine Tiefe von knapp 20 Metern über Grund angehoben. Unglücklicherweise kam im letzten Abschnitt auf eine der beiden Versorgungsleitungen zuviel Zug und sie brach. Dadurch konnte sich ein Teil der Hebesäcke ungehindert entlüften und die Yacht sank wieder sanft auf den Grund zurück.

 

Aufgrund der nunmehr schlechten Sichtverhältnisse unter Wasser konnte erst Tage später mit einem erneuten Versuch begonnen werden.

Am 11.09.04 glückte der zweite Bergeversuch und die Yacht konnte in seichtes Wasser zum Auspumpen geschleppt werden.

In den frühen Morgenstunden des 12.09.04 war die "PFEIL" wieder schwimmfähig und wurde auftragsgemäß gegen 1:30 Uhr dem Eiger übergeben...

 

Bergungsmannschaft:

Tauchbootbesatzung: Horst und Harald Mantz

Überwasseraufsicht: Josef Koller, Heinz Donhauser

Taucher: Lino v. Gartzen, Markus Geigel      website

 

Wir danken an dieser Stelle der Wasserschutzpolizei Diessen, der freiwilligen Feuerwehr Diessen und den mitwirkenden Wasserwachtstationen für Ihre Mithilfe,

sowie dem Landratsamt Landsberg/Lech und der Staatlichen Seeverwaltung Stegen für Ihre Unterstützung.

Unser besonderer Dank gilt dem Ammersee Yacht Club AYC für seine überaus großzügige Gastfreundschaft und der vorbildlichen Unterstützung durch seine Mitglieder,  insbesondere den Herren Rudi Näther und Walter Rossol